Eine lose Zahnspange ist noch lange kein Weltuntergang
Nahezu jeder zweite Jugendliche trägt eine Zahnspange. Schon bei kleinen Fehlstellungen wird eine Behandlung durchgeführt, das hätte es damals nicht gegeben. Heute kann jeder schöne, gerade Zähne haben.
Eine kleine Zahnfehlstellung kann in der heutigen Zeit relativ einfach behoben werden. Ein Besuch bei einem Kieferorthopäden ist der erste Schritt auf dem Weg zu schönen, geraden Zähnen. Auch bei größeren Fehlstellungen ist dies der vorgegebene Weg. An dem Grad der Fehlstellung wird die Behandlungsdauer gemessen. Eine Behandlung kann sich über mehrere Jahre hinweg ziehen.
Doch diese Gedanken lösen in den Jugendlichen der heutigen Zeit schon lange keine Angstgefühle mehr aus. Die Zahnspange ist zu einem Kultgegenstand geworden, den viele Jugendliche auch haben wollen, zumindest bis die Behandlung angefangen hat. Das ist auch kein Wunder, denn bei der Zahnspangengestaltung hat sich viel getan. Schon lange gibt es keine Zahnspangen mehr, die einem Gebiss ähneln. Wer eine Zahnspange braucht, kann auch zahllosen Farben wählen. Auch Glitzer oder Reißzwecke können mittlerweile in die Spange eingearbeitet werden, so dass das Herausnehmen des Drahtgestells zu einer Attraktion wird.
Oft ist die lockere Zahnspange zunächst eine Vorbereitung für die feste Zahnspange. Auch nach der festen Spange steht in der Regel wieder eine Behandlung mit einer lockeren Zahnspange an, um die Zähne in Form zu halten. In den meisten Fällen freuen sich Patienten auf eine lockere Spange, sei es "um endlich eine zu haben" oder "um endlich die Feste los zu sein". Doch eine lockere Zahnspange erfordert mehr Disziplin als eine Feste, denn sie kann herausgenommen und dann auch "vergessen" werden. Diese Verantwortung müssen die Jugendlichen in der Regel alleine übernehmen. Das funktioniert natürlich nur auf Vertrauensbasis. Aber auch Eltern finden schnell heraus, dass die Zahnspange nicht unbedingt im Mund des Kindes ist, wenn man im Badezimmer lediglich eine leere Spangendose vorfindet. Jugendliche sind in dieser Beziehung sehr erfinderisch. Da aber die heutige Elterngeneration ebenso einmal eine "Generation Zahnspange" war, sollte sie mit den gängigsten Tricks schon vertraut sein.
Die Zahnspange, hat man sie nicht, kann man es kaum erwarten, eine zu bekommen; hat man eine, kann man es nicht erwarten, sie wieder los zu sein.