Theoretisches und Praktisches: Musik studieren
Wer als professioneller Musiker arbeiten möchte, sollte an einer Hochschule für Musik ein Musikstudium absolvieren. Die Ausbildung beinhaltet theoretischen und praktischen Unterricht.
Viele Menschen interessieren sich für Musik. Sie hören in ihrer Freizeit gern Musik, spielen ein Instrument oder singen. Nur wenige von ihnen entscheiden sich dafür, ihr Geld mit der Musik zu verdienen. Wenn man erfolgreich in der Musikbranche tätig sein möchte, sollte man Musik studieren. Es gibt zahlreiche Hochschulen, an denen man einen Studiengang der Fachrichtung Musik wählen kann. Wer z. B. von einer Karriere als Violinist träumt, kann den Studiengang Violine wählen. Ein Musikstudium dauert in der Regel neun Semester und endet mit der Anerkennung als Diplom-Orchestermusiker. Oftmals ist es auch möglich, während des Musikstudiums eine Lehrbefähigung für das Hauptfach-Instrument zu erlangen. Mit dieser Qualifikation ist es möglich, an Musikschulen Instrumentalunterricht zu erteilen.
Das Musikstudium besteht aus theoretischem und praktischem Unterricht, zahlreichen Auftritten und Prüfungen. In den theoretischen Unterrichtseinheiten werden z.B. Fachkenntnisse in den Bereichen Musikgeschichte, Akustik und Tonsatz vermittelt. Dies dient dazu, das Verständnis der musikalischen Literatur zu fördern und somit den Horizont der Studierenden zu erweitern. Der praktische Unterricht findet im gewählten Hauptfach statt (z.B. Violine), des weiteren im Nebenfach Klavier, das jeder Musikstudent einige Semester belegen muss, und in den Fächern Gehörbildung und Orchesterstudien. Letzteres bereitet den Studenten auf den Einsatz als Orchestermusiker vor: Er erarbeitet sich schwierige Passagen aus wichtigen Orchesterwerken, die oft auf den Spielplänen der Konzert- und Opernhäuser stehen. Auch Auftritte nehmen einen wichtigen Stellenwert in einem Musikstudium ein. An Musikhochschulen gibt es zahlreiche Ensembles mit unterschiedlichen Besetzungen. Sie proben gemeinsam und bestreiten Auftritte. Dadurch erhalten sie einen Einblick in die spätere berufliche Tätigkeit und können bereits während der Studiums wertvolle Erfahrungen sammeln.
Wer ein Musikstudium anstrebt, muss eine Aufnahmeprüfung ablegen. Der erste Schritt ist die Anmeldung zur Prüfung, dazu bieten die meisten Hochschulen Formulare, die man sich ebenfalls auf der Homepage der Institution herunterladen kann. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, telefonisch um die postalische Zusendung zu bitten. Außerdem gibt die Hochschule Anforderungen für die Aufnahmeprüfung bekannt. Meist werden Musikstücke vorgeschlagen, aus denen der Prüfling eine Auswahl für den Vortrag während der Prüfung treffen darf. Es werden oftmals in einer weiteren schriftlichen Prüfung die theoretischen Kenntnisse geprüft: das Hören von Intervallen, ein zweistimmiges Melodiediktat oder das Harmonisieren eines Melodie (vierstimmiger Satz). Wenn der Prüfling auf allen Gebieten die Anforderungen erfüllt, wird er zum Studium zugelassen.
Wer am Ende des Studiums die Prüfung zum Diplom-Orchestermusiker mit sehr guten Leistungen abschließt und sich durch eine besondere Begabung auszeichnet, kann unter Umständen eine anschließende Meisterklasse belegen. Dies ist ein zweijähriges Aufbaustudium, das der Absolventen mit dem Titel "Solist" abschließt. Wer diesen Abschluss besitzt, kann sich bei international renommierten Orchestern als Solo-Instrumentalist bewerben und in der jeweiligen Stimmgruppe die erste Position einnehmen.